Verbände warnen vor „wärmedämmenden Farben“.

26.01.2026

„Energiesparfarben“ oder sogenannte „Nano-Dämmungen“ werden seit Jahren mit großen Versprechen beworben. Aktuell treten sie erneut verstärkt am Markt auf.

Ausgangslage: Produkte dieser Art werben regelmäßig mit Klimaschutz, deutlicher Heizkostenersparnis, dem Ersatz klassischer Wärmedämmungen, minimalen Schichtdicken, einfacher Verarbeitung sowie Förderfähigkeit durch BAFA oder KfW.

Untersuchung: Analysiert wurde exemplarisch die „BAUTER Nano-Dämmung“. Herstellerangaben zufolge soll sie durch mikroskopisch kleine, vakuumierte Polymer­ kugeln Wärmestrahlung reflektieren. Beworben wird eine extrem niedrige Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,0000877 W/(mK), gestützt auf ein TÜV-Zertifikat mit fachlich umstrittenem Inhalt.

Einordnung: Die angegebene Wärmeleitfähigkeit ist um ein Vielfaches geringer als die von modernsten Hochleistungsdämmstoffen und nähert sich physikalisch dem Zustand eines Vakuums an. Für eine wenige Zehntelmillimeter starke Beschichtung aus organischen Materialien ist dies nicht erreichbar. Normgerechte Messverfahren schließen eine valide Bestimmung solcher Werte bei derartigen Schichtdicken aus. Auch Thermografie liefert keine belastbaren Materialkennwerte. Zu Normen, Methodik und fachlicher Bewertung sei auf den vollständigen Prüfbericht verwiesen.

Fazit: Die beworbenen Kennwerte sind physikalisch nicht plausibel, messtechnisch nicht nachweisbar und durch unabhängige Untersuchungen widerlegt. Für energetische Nachweise in Deutschland dürfen ausschließlich nationale, normgerechte Bemessungswerte verwendet werden.

Weitere Infos: Vollständiger Prüfbericht

 

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